4/2007

EVS berät kroatische Regierung und Landkreise

Kroatien befindet sich derzeit in einem grundlegenden Wandlungs- und Reformprozess. Dies vor allem vor dem Hintergrund eines erhofften EU-Beitritts, den man für die Zeit ab 2009 erwartet. Dieser Anpassungsprozess an in der EU übliche Normen und Standards umfasst nahezu alle Lebensbereiche, insbesondere aber die Bereiche, wo staatliche Normen und Rechtsrahmen besonders bedeutend sind – etwa in der Umweltpolitik.

Entsprechend hat in jüngster Zeit eine umfassende gesetzgeberische Neudefinition der kroatischen Abfallwirtschaft stattgefunden, in der den Landkreisen nach deutschem Vorbild eine Schlüsselfunktion zukommt. Nun geht es um die konkrete Umsetzung, d.h. um den Aufbau einer EU-Standards entsprechenden kroatischen Abfallwirtschaft.

 

Hier hat der EVS in jüngster Zeit eine wichtige Beraterrolle übernommen. Auf Einladung des kroatischen Umwelt-Staatssekretärs Dr. Nikola Ruzinski und unter Vermittlung der Balkanbeauftragten und saarländischen Abgeordneten des Europäischen Parlamentes Doris Pack haben Geschäftsführung und leitende Mitarbeiter des EVS im Rahmen eines Workshops in Zagreb die breite Themenpalette einer funktionierenden Abfallwirtschaft dargestellt und mit den kroatischen Verantwortlichen und Kollegen diskutiert. Dabei standen naturgemäß die finanziellen Fragen im Mittelpunkt - insbesondere, ob und wie durch öffentlich-private Partnerschaften die enormen finanziellen Mittel mobilisiert werden können, die für den zügigen Aufbau der notwendigen Infrastruktur (Entsorgungszentren, Behandlungsanlagen usw.) unverzichtbar sind.

 

Die Delegation des EVS mit den kroatischen Kollegen (EVS-Geschäftsführer Dr. Heribert Gisch, Mitte, Staatssekretär Dr. Nikola Ruzinski 2. v.r.)

Klein aber fein – in Böckweiler ging die 124. Kläranlage des EVS in Betrieb

Nachdem die großen Kläranlagen gebaut sind, mit denen jeweils viele Tausend Einwohner an die Abwasserreinigung des EVS angeschlossen wurden, liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der aktuellen Baumaßnahmen des Verbandes in den ländlichen Regionen, wo vorwiegend Pflanzen-Kläranlagen und halbtechnische Anlagen zum Einsatz kommen.

Böckweiler ist Standort der 124. EVS-Kläranlage, die kürzlich in Betrieb genommen werden konnte. Es handelt sich um eine Kombi-Anlage aus Teichkläranlage und sogenannter Scheibentauchkörperanlage. Im belüfteten Teich findet die erste Stufe der biologischen Reinigung statt, während in der Scheibentauchkörperanlage die vollständige biologische Reinigung mit Kohlenstoffabbau und Stickstoff-Umwandlung erfolgt.

Die Kläranlage erfüllt alle Anforderungen an eine moderne Abwasserreinigung.

 

Neues Abfall-Gebührensystem ab 2010: EVS informiert Stadt- und Gemeinderäte

Im Herbst soll die EVS-Verbandsversammlung, in der alle saarländischen Städte und Gemeinden vertreten sind, über das künftige Abfallgebührensystem ab 2010 entscheiden. Um die Mitglieder der Stadt- und Gemeinderäte im Vorfeld umfassend über die beiden zur Entscheidung stehenden Systeme – Leerungssystem und Verwiegesystem - zu informieren, veranstaltet der EVS in der ersten Septemberhälfte entsprechende Informationsveranstaltungen für die Ratsmitglieder.

„Jede und Jeder, die/der hier Entscheidungsverantwortung übernimmt, soll umfassend Gelegenheit haben, sich zu den in Frage kommenden Systemen zu informieren“, betonen die beiden EVS-Geschäftsführer.

 

Europaweite Strombezugsausschreibung: sichere Versorgung zu optimalen Lieferkonditionen

Aktuell läuft die europaweite Ausschreibung des EVS für den Strombezug in den Jahren 2008 und 2009. 365 Strom-Abnahmestellen müssen versorgt werden – Kläranlagen, Pumpwerke, Regenüberlaufbecken, Deponien, Verwaltungsgebäude.

Insgesamt 53 Millionen kWh/Jahr (!) sollen sicher und unter optimalen Lieferkonditionen auf dem liberalisierten Energiemarkt eingekauft werden.

Der Tatsache, dass die Energiepreise sich stark an den Kursen der Energiebörse orientieren, trägt der EVS mit einem neuen Ausschreibungsverfahren, das sogenannte Formelangebote zulässt, Rechnung. Das Verfahren minimiert das Kalkulationsrisiko, den Risikoaufschlag und damit den Energiepreis insgesamt.