1/2008

Vier auf einen Streich: EVS nimmt im Raum Blieskastel neue Kläranlagen in Betrieb

Gleich in vier Blieskasteler Ortsteilen nimmt der Entsorgungsverband Saar dieser Tage jeweils eine neue Kläranlage in Betrieb: Brenschelbach, Riesweiler, Pinningen und Altheim sind bzw. werden in Kürze an die moderne Abwasserreinigung des EVS angeschlossen.

 

Im Blieskasteler Ortsteil Altheim sorgt seit Anfang Januar eine halbtechnische Kläranlage mit belüftetem Vorteich und einer Scheibentauchkörperanlage für eine professionelle Reinigung der Abwässer. „Nutznießerin“ der Maßnahme, die den EVS rund eine Million Euro kostete, ist die Bickenalb, die nicht mehr durch Abwässer belastet wird. Die Kläranlage Altheim ist auf eine Abwassermenge ausgelegt, wie sie umgerechnet von 700 Einwohnern produziert wird.

 

Die neue Kläranlage in Pinningen - ebenfalls eine halbtechnische Anlage, die aus einem belüfteten Teich und einer Scheibentauchkörperanlage besteht -  kann die Abwässer von rund 300 Einwohnern reinigen. Die Gewässerqualität des Rohrbaches wird sich durch den Bau der Kläranlage, in die der EVS rund 790.000 Euro investierte, enorm verbessern.

 

In Brenschelbach fällt in etwa vier Wochen der Startschuss für den Betrieb einer halbtechnischen Kläranlage mit dem gleichen Anlagenkonzept. Die Anlage wird dann die ankommenden Abwässer der rund 500 Einwohner von Brenschelbach reinigen. Der Brenschelbach, in den das bestens gereinigte Abwasser eingeleitet wird, erfährt so eine enorme Entlastung. Rund 850.000 Euro kostet die neue Kläranlage den Entsorgungsverband.

 

Vom Kläranlagenbau des EVS profitiert auch der Becherbach, in den nach dem Bau der Kläranlage Riesweiler schon heute nur noch geklärtes Wasser gelangt.

Die Kläranlage Riesweiler, die auf die Abwassermenge von umgerechnet 100 Einwohnern ausgelegt ist, ist eine Kombination aus Teich- und Pflanzenkläranlage.

Im Frühjahr wird der EVS die neuen Kläranlagen der Öffentlichkeit im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ vorstellen.

 

 

Kläranlage Altheim

EVS will Blaue Tonne für Altpapier spätestens ab 2009 aufstellen

Bis Ende 2008 laufen noch die aktuellen Verträge mit den Entsorgern für die Einsammlung des Altpapiers über die bislang eingesetzten Container*. Umgehend mit Beginn der neuen Verträge am 1.1.2009 soll das für die Bürgerinnen und Bürger gebührenfreie Holsystem für Altpapier in Kraft treten. Die Zahl der Container-Stellplätze wird dann entsprechend auf ein Minimum zurückgefahren.

 

„Die Erlöse für Altpapier sind in den vergangenen Jahren zunehmend gestiegen, so dass es jetzt Sinn macht, zu investieren und größere Mengen zu sammeln“, so die EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker und Dr. Heribert Gisch. „Das gelingt am besten, indem man das weniger komfortable Bringsystem auf ein Holsystem umstellt, das den Bürgerinnen und Bürgern das Trennen des Mülls noch einfacher macht.“

 

 

Bereits in der Vergangenheit setzte der EVS alles daran, möglichst hohe Einnahmen für das gesammelte Altpapier zu erzielen. Zukünftig rechnet der Verband mit einem Mengenplus von ca. 10 Prozent bei gleichzeitig in etwa gleich bleibenden Kosten.

 

Da der EVS die Einnahmen für den Verkauf des Altpapiers dringend benötigt, um die Gebührenentwicklung positiv zu beeinflussen, wird er alles daran setzen, Privatunternehmen, die aktuell „spontan“ Blaue Tonnen anbieten, an dieser Strategie zu hindern.

 

„Bürgerinnen und Bürger wiederum, die den Privaten ihre Altpapiermengen abtreten, graben dem EVS und damit sich selber das Wasser ab, weil sie dem EVS eine wichtige Einnahmequelle entziehen“, so Ecker und Gisch. Die Kosten für das Leeren der Container, die Container-Miete und vor allem auch das Reinigen der Standplätze laufen nämlich weiter. Für das Jahr 2008 sind vertragliche Festlegungen getroffen, die einen Gewinn von rund 2 Millionen Euro beinhalten. Kann der EVS die zugesagten Mengen nicht liefern, weil Teilmengen von privaten Anbietern weggenommen werden, wird er seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen können und somit auch nicht die erwarteten Einnahmen erzielen.

 

Die Erfahrung zeigt, dass die Privaten nur da aktiv werden, wo sie auf einen Schlag große Mengen einsammeln können. Wo der Aufwand größer ist – wie z. B. in Stadt- und Dorfkernen - lässt das Engagement zu wünschen übrig oder es findet gar nicht erst statt. Zudem ist damit zu rechen, dass das Interesse der Privaten umgehend nachlässt oder das Angebot sogar eingestellt wird, sollten die Gewinne für Altpapier zurückgehen.

 

Sollte diese „Rosinenpickerei“ in großem Stil zum Tragen kommen, bleiben dem EVS lediglich „schwierige“ Gebiete, deren Ertrag kaum mehr reichen wird, um die Kosten zu decken.

Der EVS wiederum sieht es generell als seine Aufgabe an, allen Bürgerinnen und Bürgern das gleiche Angebot auf Dauer verlässlich zu bieten. Ein wichtiger Meilenstein in diese Richtung soll das flächendeckendeckende Holsystem für Altpapier ab 2009 sein.

 

Schöner Nebeneffekt für die Kommunen, die im Rahmen des bisherigen Bringsystems für die Pflege der Container-Standplätze verantwortlich zeichnen: Mit Einführung der Papiertonnen und dem damit einhergehenden Wegfall der Container dürfte sich so manches Ortsbild erfreulich verbessern und entsprechende Kosten für die Standplatzpflege entfallen.

 

Und auch der saarländische Mittelstand der Entsorgungswirtschaft dürfte ein Interesse daran haben, die Papiereinsammlung beim EVS zu belassen: Die Ausschreibungspraxis des Verbandes über einzelne Lose hat bisher auch diesen Unternehmen die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb mit lukrativen Aufträgen ermöglicht.

 

*Saarbrücken, Völklingen, St. Wendel, Lebach und Eppelborn organisieren die Einsammlung des Altpapiers in Eigenregie.

 

 

EVS: Kläranlage Sötern hat Betrieb aufgenommen

Am 14. Januar nahm der Entsorgungsverband Saar in der Gemeinde Nohfelden die neue Kläranlage Sötern - die 129. Kläranlage des Verbandes - in Betrieb.

Im Frühjahr wird der EVS die Kläranlage Sötern, in die er 2,6 Millionen Euro investierte, der Öffentlichkeit im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ vorstellen.

 

Bei der Kläranlage Sötern handelt es sich um eine moderne technische Anlage, die die Abwässer der Gemeindebezirke Sötern, Waldbach und Eisen reinigt. Sämtliche auf EU-, Bundes- und Landesebene geforderten Reinigungswerte kann diese Kläranlage, die östlich von Sötern in der Aue des Söterbachs liegt, erfüllen.

 

Insgesamt ist die Kläranlage Sötern auf 1900 Einwohnergleichwerte ausgelegt, d.h. sie kann eine Abwassermenge reinigen, wie sie von umgerechnet 1900 Einwohnern pro Tag produziert wird.

 

Trägerin der Baumaßnahme, mit der im Oktober 2006 begonnen wurde, war die Gemeinde Nohfelden, die die Anlage im Auftrag des Entsorgungsverbandes Saar realisierte. Mit der Projektleitung war die WVW Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel betraut.