Professionelles Kreditmanagement entlastet Gebührenhaushalt enorm
Darstellung in der Saarbrücker Zeitung falsch und verantwortungslos
Anders als im Bericht von Gerhard Franz vom 24. Oktober zu lesen handelt es sich bei dem flexiblen Kreditmanagement des EVS um eine kluge Vorgehensweise, die absolut gängig und korrekt ist – zahlreiche Verbände und Kommunen und auch die saarländische Landesregierung verfahren genauso.
Viele Bürgerinnen und Bürger werden es kennen, wie sehr man sich ärgert, wenn man zu einem ungünstigen Zeitpunkt feste Kredite abgeschlossen hat und dann zusehen muss, wie günstig sich das Zinsniveau später entwickelt, man aber keine Einflussmöglichkeit mehr hat. Eine solche Vorgehensweise kann sich der EVS – wie jede andere Institution oder Kommune, die Verantwortung für Gebührengelder trägt - nicht leisten. Oder um das Handelsblatt vom 2. Mai 2006 zu zitieren: „Wer keine Derivate (Überbegriff für Zinsinstrumente) nutzt, ist ein Spekulant.“
Es muss daher Ziel für den EVS sein, statt ausschließlich fester Zinsverträge auch flexible Instrumente zur Anwendung zu bringen, die es ermöglichen, auch sehr kurzfristig auf Entwicklungen des Marktes reagieren zu können. Diese Vorgehensweise hat dem Gebührenhaushalt des EVS seit 2003 Einnahmen in Höhe von 16,5 Millionen Euro gebracht.
Insgesamt handelt der EVS bei seinem Kreditmanagement nach dem Grundsatz der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit – und dazu gehört zwangsläufig auch, sich um das jeweils bestmögliche Zinsniveau zu bemühen.
Anders als die von Gerhard Franz zum Vergleich genannten Verlierer-Kommunen hat der EVS zu keiner Zeit „Zinswetten“ abgeschlossen, was zeigt, dass der Redakteur noch nicht einmal die Grundbegriffe dessen, was er behandelt, verstanden hat. Gleiches gilt für den Begriff „Swap“: bei den vom EVS getätigten Swaps handelt es sich lediglich um einen Zinstausch.
Erschreckend ist es einmal mehr, wie sehr Redakteur Gerhard Franz geradezu darauf wartet, den EVS in der Krise sehen zu können. Mit sachlicher Berichterstattung hat das – mal wieder – nichts zu tun. Hätte Herr Franz daran Interesse gehabt, hätte er die Einladung des EVS zu einem intensiven inhaltlichen Gespräch sicher angenommen. Und dass hier Informationsbedarf besteht, kann der Kundige aus jeder Zeile lesen.