3/2009

EVS feiert "20 Jahre Kläranlage Burbach". Rückblick auf mehr als zwei Jahrzehnte Kläranlagenbau im Saarland

Am 15. Mai feierte der Entsorgungsverband Saar das 20jährige Bestehen der größten saarländischen Kläranlage in Saarbrücken-Burbach. Dieses "Dienstjubiläum" wie auch die Tatsache, dass in diesem Jahr die letzte noch zu errichtende Kläranlage des EVS in Bau geht, war für die EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker und Dr. Heribert Gisch sowie als Gästen dem EU-Abgeordneten Jo Leinen und Umweltminister Stefan Mörsdorf ausreichend Anlass, zurückzublicken auf 20 Jahre Kläranlagenbau im Saarland.

Mit im Boot bei der Veranstaltung war der Fischereiverband Saar, dessen Mitglieder die Bedeutung von Kläranlagen für den Gewässerschutz bestens kennen.

 

Bis zum Jahr 1986 hatte der damalige Abwasserverband Saar (AVS) im Jahr rund 40 bis 50 Millionen DM in Abwasseranlagen investiert. Um der damals immer prekärer werdenden Gewässersituation der Saar entgegen zu treten, wurde ab 1986 das Investitionsvolumen ganz erheblich gesteigert; bis 2008 wurde im Durchschnitt jährlich nahezu das Dreifache, nämlich 70 Millionen Euro investiert.

 

Drei-Stufen-Programm

In Abstimmung mit dem Umweltministerium war ein Drei-Stufen-Programm aufgestellt worden:

Zuerst sollten die Anlagen entlang der Saar gebaut werden (Burbach, Völklingen, Ensdorf, Saarlouis etc.). Hier konnten mit jeder Anlage große Einzugsgebiete mit hoher Bevölkerungsdichte an eine moderne Abwasserreinigung angeschlossen werden, was für die Saar unmittelbar jeweils erhebliche Entlastungen mit sich brachte.

In einer späteren zweiten Stufe sollten die Abwasseranlagen in Wasserschutzgebieten erstellt werden. In dritter Priorität standen die Kläranlagen für die ländlichen Regionen an.

  

Finanzierung

Bis Ende der Achtziger Jahre gab es noch erhebliche Zuschüsse - in der Regel 50 Prozent der Investitionssummen - sowohl aus Landesmitteln als auch aus der Abwasserabgabe. Anfang der neunziger Jahre war das Land jedoch nicht mehr in der Lage, eigene Mittel einzubringen und auch die Einnahmen aus der Abwasserabgabe gingen zurück.

 

Anfang der 90er-Jahre wurde darum nach einer Lösung gesucht, wie man die Finanzierung der noch ausstehenden kleineren – pro Einwohner erheblich teureren - Abwasseranlagen für den ländlichen Raum sicher stellen könnte. Im Sinne einer Solidargemeinschaft entschied man sich hier für die Einführung eines einheitlichen Verbandsbeitrages. Damit trugen alle Kommunen in gleicher Weise zu den Investitionen bei.

 

In der Zeit von 1994 bis 1997 wurden dem AVS zur Investition zinsvergünstigte Darlehen über das Land bereitgestellt. Im Jahr 1998 wurde zwischen dem saarländischen Umweltministerium und dem AVS der Abwasserpakt geschlossen, der diesem bzw. dann dem EVS für den Zeitraum von 1998 bis 2000 rund 150 Millionen DM Zuschüsse zum Bau von Abwasseranlagen zur Verfügung stellte. Danach mussten sämtliche Investitionen alleine durch EVS-Mittel, d.h. einzig über die Gebühren der Bürgerinnen und Bürger, finanziert werden.

 

Große Kraftanstrengung – Erfüllung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie

Eine große Schubwirkung für die zügige Komplettierung der saarländischen Abwasseranlagen hatte die EU-Kommunalabwasserrichtlinie. Um deren Vorgaben zu erfüllen, wurde in den Jahren 2005 bis 2007 unter Hochdruck geplant und gebaut, was in dieser Zeit zu deutlichen Investitionsspitzen führte.

 

Sanierungen - Herausforderung der Zukunft

Wenn in zwei bis drei Jahren sämtliche Neubauten in Bereich der Kläranlagen und Hauptsammler abgeschlossen sein werden, steht der EVS bereits vor neuen Herausforderungen, wenn es gilt, beschädigte und veraltete Sammlernetze und Kläranlagen zu sanieren. Voraussichtlich werden pro Jahr 40 - 50 Millionen Euro in entsprechende Projekte fließen müssen.

Für die saarländische Bauwirtschaft ist und bleibt der EVS also einer der ganz großen Auftraggeber.

 

"Informationsbroschüre zur Kläranlage Burbach"

 

In angeregtem Gespräch: EVS-Geschäftsführer Dr. Heribert Gisch, Umweltminister Stefan Mörsdorf, Thomas Seilner (Umweltministerium), EVS Geschäftsführer Karl Heinz Ecker und MdL Peter Gillo (v.l.n.r.)
EVS-Geschäftsführer Dr. Heribert Gisch bei der Begrüßung der Gäste
Auch der EU-Abgeordnete Jo Leinen bedachte die Gäste mit einem Grußwort
Umweltminister Stefan Mörsdorf lieferte interessante Hintergrundinformationen zur Historie der Kläranlage Burbach

Was Kläranlage leisten - wir zeigen es Ihnen gerne!

Tag der offenen Tür (jeweils 11-17 Uhr)

Kläranlage Gersheim - Samstag, 20. Juni

Kläranlage Orscholz (Mettlach) - Sanstag 27. Juni

Kläranlage Bliesdalheim (Gersheim) - Samstag, 4. Juli

Kläranlage Limbach (Kirkel) - Samstag, 11. Juli

Kläranlage Merzig - Samstag, 25. Juli

Kläranlage Bliesen (St. Wendel) - Samstag, 29. August

 

Infoabend am Feierabend (jeweils 16-20 Uhr)

Kläranlage Mosberg-Rischweiler (Nohfelden), Donnerstag, 28. Mai

Kläranlage Wustweiler (Illingen) - Donnerstag, 4. Juni

Kläranlage Büschfeld (Wadern) - Donnerstag, 25. Juni

Kläranlage Überherrn - Donnerstag, 2. Juli

Kläranlage Primsweiler (Schmelz) - Donnerstag, 20. August

Kläranlage Sotzweiler (Tholey) - Donnerstag, 3. September

 

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!